Dienstag, 18. Juli 2017

Kein Coming Out für Cowboys

Kein Coming Out für Cowboys (Cowboys tun das nicht 1)Kein Coming Out für Cowboys by Tara Lain
My rating: 4 of 5 stars

Die Geschichte um Rand und Kai ist eine sehr ruhige, die sich innerhalb weniger Wochen abspielt und anfangs ein ziemliches Verwirrspiel mit gegenseitigen Geheimnissen ist. Rand hat sich mit einer Farm selbstständig gemacht, führt eigentlich ein gutes Leben und traut sich trotzdem nicht, endlich Klartext mit seinen Eltern zu reden, weil er schwul ist. Stattdessen nimmt er hin, dass seine Mutter ständig von Ehe und Kindern redet und sich auch nicht zu fein ist, heiratswillige Frauen ins Spiel zu bringen.

Kai hingegen ist zurückhaltend, sehr still und kümmert sich liebevoll um seine jüngeren Geschwister. Er und Rand laufen sich in einer Bar beim Tanzen über den Weg und Rand ist sofort fasziniert von dem hawaiianischen Cowboy. Doch Kai ist stachliger als ein Igel und selbst als beide im Bett landen, schiebt er Rand immer wieder von sich, der sich mit jedem Mal mehr fragt, was eigentlich mit Kai los ist.

Die Frage habe ich mir beim Lesen auch gestellt und es dauert eine Weile, bis man wirklich dahinterkommt, welches Geheimnis Kai mit sich herumträgt und warum er sich manchmal aufführt wie ein bockiger Teenager.

Am Ende geht dann alles Holterdiepolter, weil Not am Mann ist und Rand sofort alles stehen und liegen lässt, um Kai und seinen Geschwistern zu helfen. Und eben diese Geschwister sind es auch, die schlussendlich dafür sorgen, dass Kai und Rand ihr Glück finden.

Eine wunderschöne Geschichte, der ich zufriedene 4* und eine Leseempfehlung gebe. Ein dickes Dankeschön geht außerdem an den Dreamspinner Verlag für das Überlassen eines Rezensionsexemplars.

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Sonntag, 9. Juli 2017

Zwei Ehemänner sind keiner zu viel

Zwei Ehemänner sind keiner zu vielZwei Ehemänner sind keiner zu viel by Jessica Martin
My rating: 5 of 5 stars

Wenn ein dritter Mann zu einem bereits existierenden Ehepaar stößt …

Ich hatte anfangs so meine Zweifel, ob das gut geht, vor allem weil Ben auch eine Menge Zweifel mit sich herumträgt und es lange dauert, bis er mit Jack wärmer wird. In den ersten Kapiteln war eindeutig Nick der Kleber zwischen den dreien, aber dann wurde es besser und vor allem anders.

Es gibt nur wenige Geschichten, wo ein dritter Mann zu einem bereits seit vielen Jahren zusammenlebenden Pärchen dazukommt, die über einen so langen Zeitraum angesiedelt ist. Meistens findet man sich, ist glücklich und fertig. Nix dagegen, ich lese solche Storys gerne, aber Jessica Martin hat einen anderen Ansatz gewählt und zeigt mehr als deutlich, dass es eben nicht so einfach ist.

Wenn aus einem Duo ein Trio wird, das kann funktionieren, aber man muss sich neu finden und dabei bleibt es nicht aus, dass die einzelnen Charaktere mit ihren Macken und Fehlern noch einmal völlig neu aufeinanderprallen. Und das passiert in dieser Geschichte, denn Nick ist aufbrausender, als es gesund für ihn ist und Jack, der damit nicht umgehen kann und zudem Angst hat, tut im Laufe der Geschichte Dinge, die einfach nicht sein dürfen und die schlussendlich seine Ehe mit Nick ernsthaft gefährden. Und zwischen allen Stühlen steht Ben, der schon genug damit zu tun hat, sich in zwei Doktoren verliebt zu haben, und am Ende auch noch ständig vermitteln muss und auf eine Art und Weise in Jacks und Nicks Probleme hineingezogen wird, die ganz und gar nicht gut ist.

Das Drama ist vorprogrammiert und war für mich in diesem Fall wunderbar passend, denn wie schon gesagt, ein Trio muss sich erst wieder neu finden und das geht mit Altlasten einfach nicht. Am Ende kracht es daher gewaltig und dann ist plötzlich Ben der Kleber zwischen ihnen. Zumindest bis Nick und Jack sich endlich die Hilfe suchen, die sie brauchen.

Eine sehr schöne Wohlfühlgeschichte, trotz des Dramaanteils, die ich garantiert nicht zum letzten Mal gelesen habe. Ich vergebe volle Punktzahl und eine Leseempfehlung gibt’s obendrauf.

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Donnerstag, 6. Juli 2017

Schuld

SchuldSchuld by K.C. Wells
My rating: 4 of 5 stars

Manchmal sollte man auch bei besten Freunden genauer hinsehen, bzw. einfach mal die Augen aufmachen, denn dass Aaron nicht ganz sauber ist, war mir schon nach den ersten Seiten der Geschichte klar. Dennoch läuft Mitch wie ein unschuldiges Lamm zur Schlachtbank und steckt ruckzuck in einer Geschichte um Zwangsprostitution, Drogen und seinen Gefühlen für einen Stricher, der keiner ist, und zudem altersmäßig auch noch sein Sohn sein könnte.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mit Nikko warm wurde, weil er so dermaßen naiv daherkommt und teils auch einfach nur dumm handelt, da habe ich mir beim Lesen an den Kopf gefasst. Gut, er ist, soweit man das mitbekommen hat, ziemlich behütet aufgewachsen, aber mal ehrlich … Sich als Stricher zu verdingen und dann tatsächlich glauben, dass man nach ein paar Monaten einfach wieder aus der Sache rauskommt? Ohne Worte.

Da war mir Mitch von Anfang an lieber. Er ist zwar gefrustet und einsam, aber man merkt ihm an, dass er mit beiden Beinen mitten im Leben steht, auch wenn selbiges seit der Trennung von seinem Ex nicht rund läuft. Dafür hat er eine Familie, die einfach nur toll ist und ich habe die Szenen, wo er mit seinen Geschwistern und Eltern zusammen ist, vom ersten bis zum letzten Wort geliebt. Und natürlich merken die auch bald, dass irgendetwas mit ihrem Junior nicht stimmt, und sein Bruder ist schließlich der erste, der erfährt, was Mitch umtreibt und der ihm später auch zur Seite steht, als er zu seiner Familie fährt, weil er einfach nicht mehr weiter weiß und Nikko unbedingt aus diesem Bordell rausholen will.

Am Ende überzeugt ihn seine Familie, zur Polizei zu gehen, um dort eine Aussage zu machen, in der Hoffnung, dass der Club dann schnellstens dicht gemacht wird. Natürlich geht das nicht von jetzt auf gleich, und Mitch ist verständlicherweise frustriert. Doch schließlich handelt die Polizei und ich nicht sonderlich überrascht, als sich dann herausstellte, wer Mitch und Nikko in gewisser Weise heimlich geholfen hat, ohne dass sie davon wussten.

Die Szenen mit der Polizei kamen Schlag auf Schlag, wobei mir die Erklärung mit dem Zeugenschutz für Nikkos Bruder recht wage daherkam. Normalerweise wird eine Familie komplett umgesiedelt, wenn Gefahr im Verzug ist. Es sei denn, man spricht sich explizit dagegen aus. Dass sie Nikko nicht einmal gefragt haben, fand ich doch etwas verwunderlich. Ein, zwei Sätze dazu hätten meiner Meinung nach ruhig sein dürfen. So wären mir die nächsten Kapitel und das verdiente Happy End mit Mitch im Ganzen runder erschienen.

Alles in allem ist »Schuld« aber eine sehr schöne Geschichte. Sofern man sich das Cover nicht genauer anguckt, das Model darauf passt nun wirklich überhaupt nicht zu Nikko.

Ich vergebe zufriedene 4* und eine Leseempfehlung.
Außerdem geht ein dickes Dankeschön an den Dreamspinner Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Dienstag, 4. Juli 2017

For Real

For Real - das echte LebenFor Real - das echte Leben by Alexis Hall
My rating: 4 of 5 stars

Ein 19-jähriger Bengel, der keine Ahnung hat, in welche Richtung er sein Leben lenken soll, und ein 37-jähriger Arzt, der schon so viel Leben und Tod gesehen hat, dass er auf den ersten Blick völlig abgestumpft ist, kann das gut gehen?

Ja, es kann. Auch wenn es zu Beginn einfach nach einer netten Affäre aussieht und ohne Tobys Beharrlichkeit wohl auch geblieben wäre, denn Laurie ist der felsenfesten Überzeugung, zu mehr außer gutem Sex nicht mehr fähig zu sein. Er glaubt, dass er nicht mehr lieben kann und er spricht Toby aufgrund seines Alters einfach mal ab, zu echter Liebe fähig zu sein. Dabei trägt Toby sein Herz auf der Zunge und das von der ersten Seite an. Ja, er ist jung und er weiß nicht, was er will, was für Toby selbst ein großes Problem ist, doch in Bezug auf Laurie gilt das nicht. Bei ihm weiß er, was er will und was er für den Arzt fühlt, Unerfahrenheit hin oder her.

Doch Laurie kann und will das einfach nicht sehen, und er verschließt sich vor allem, was auch nur darauf hindeutet, dass das zwischen ihnen mehr als guter Sex ist. Und dieses Kopf in den Sand stecken führt bald zu Problemen zwischen beiden und wird in etwa der Mitte des Buchs dann auch beim Lesen ziemlich anstrengend.

Seitenlang jammert Laurie immer wieder über sich selbst und was er ja angeblich alles nicht darf, weil es falsch wäre, weil Toby zu jung ist und ihn gar nicht lieben könne, so wie sein Ex … bla bla … Du meine Güte, mir hat Toby echt leid getan. Und das tut er auch noch weitere Male, weil Laurie wirklich ein Depp ist, der mir eine Menge neuer graue Haare beschert hat, bis er schließlich doch noch den Mut aufbringt, dazu zu stehen, was er fühlt.

Bis dahin ist es allerdings ein langer Weg und am Ende muss Laurie auch erst das Gefühl haben, dass er Toby verloren hat, bis er den Stock aus seinem Arsch zieht, um es mal so zu bezeichnen. Über den Rest hülle ich jetzt den Mantel des Schweigens. Selbst lesen und genießen, sage ich nur. ;-)

Volle Punktzahl gebe ich der Geschichte nicht, denn erstens hat Laurie mich einmal zu oft die Augen verdrehen lassen, und zweitens ist mir schon eine ganze Weile kein E-Book mehr unter die Augen gekommen, bei dessen Cover so daneben gegriffen wurde, wie bei diesem. Ich hätte das Buch deswegen beinahe nicht gekauft. Den meisten mag das egal sein, aber für mich gehört zu einer guten Geschichte auch ein passendes Cover, und wenn man schon Modelle nutzt, dann bitte solche, die wenigstens ein bisschen mit den Charakteren gemeinsam haben. Nicht zwei »Jüngelchen«, die aussehen als wären sie gerade erst mit der Schule fertig, obwohl Laurie im Buch auf die Vierzig zugeht. Das kann Dead Soft eindeutig besser.

Wie gut, dass es Calibre gibt, denn auf meinem Reader hat das E-Book jetzt sein Originalcover. Zum immer wieder lesen, weil »For Real« trotz der Kritikpunkte eine dicke Leseempfehlung von mir erhält. Die Geschichte von Toby und Laurie ist es wert.

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Dienstag, 27. Juni 2017

Die Rückkehr

Die Rückkehr (Die Austin-Trilogie 2)Die Rückkehr by Brad Boney
My rating: 5 of 5 stars

Das Liebe bekanntlich alles überwinden kann, hört und liest man immer wieder, aber das dazu sogar der Tod gehört? Persönlich glaube ich nicht daran, aber die Geschichte um Topher und Stanton dreht sich genau darum und irgendwie passt es auch zu den beiden.

Dabei macht es ihre Liebe anfangs nicht gerade einfach, denn Stanton hat den Tod seines früheren Partners nie verwunden. Er konnte sich nicht mal von ihm verabschieden und jetzt ist da plötzlich Topher, der genauso heißt, dieselbe Stimme hat und je mehr Zeit beide miteiander verbringen, umso mehr Ähnlichkeiten entdeckt Stanton.

Doch Topher ahnt von all dem nichts, denn im Gegensatz zu uns Lesern, erfährt er erst spät von Stantons verstorbenem Freund und das zerstört beinahe ihre aufkeimende Beziehung.

Die Geschichte wird kapitelweise im Heute und der Vergangenheit erzählt, sodass man praktisch zwei Liebesgeschichten auf einmal zum Preis von einer bekommt. Das macht Spaß und sorgte bei mir für so einige Tränen und Flüche, denn bis Stanton endlich seinen Kopf aus dem Arsch zieht und Topher mehr Mut aufbringt, um für sich selbst, seine aufsteigende Karriere als Musiker und auch um Stanton zu kämpfen, das dauert.

Eine wundervolle Geschichte um Leben, Tod, Träume und vor allem um die große Liebe. Wunderschön geschrieben, ich vergebe volle Punktzahl und eine dicke Leseempfehlung obendrauf.

Zusätzlich geht ein großes Dankeschön an Dreamspinner Press für das Rezensionsexemplar.

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