Dienstag, 25. April 2017

Schlamassel inbegriffen

Schlamassel InbegriffenSchlamassel Inbegriffen by Mary Calmes
My rating: 4 of 5 stars

So gerne ich diesem Buch 10* und mehr geben würde, denn grundsätzlich hat es alles, was für mich ein gutes Buch ausmacht, es geht einfach nicht.

Warum erkläre ich später, jetzt erst mal ein paar Worte zum Inhalt, denn der hat es in sich. Miro und Ian sind US-Marshals und den lieben langen Tag damit beschäftigt, Zeugen zu schützen, zu überführen, zu Verhandlungen zu bringen etc. Dass es dabei nicht immer friedlich zugeht, dürfte klar sein und man stolpert als Leser praktisch von einem Fall in den Nächsten.

Zu viel Realität bzgl. des Jobs der beiden sollte man aber lieber nicht erwarten, denn ich bezweifle, dass es so einfach ist, als privates Paar auch weiterhin als Marshal-Team zusammenzuarbeiten. Von der Tatsache, dass Miro selbst mit einem gebrochenen Handgelenk im Gips weiter arbeiten geht, dabei von Balkonen hüpft, und später sogar trotz zweier Schusswunden ruckzuck wieder im Dienst ist, ganz zu schweigen. Ich sag' nur: Diensttauglichkeit

Erzählt wird die Geschichte von Miro, der von der ersten Seite an in Ian verliebt ist, aber der Meinung, sein harter Partner wäre hetero und nicht interessiert. Von wegen. Miro hat da wahrlich das berühmte Brett vor dem Kopf, denn Ian ist so offensichtlich hinter ihm her, dass das beim Lesen teils zu echt komischen Szenen führte, weil Miro es einfach nicht versteht. Erst als Ian zu einem Einsatz für die Army geschickt wird, weil er Reservist ist, und sie sich nach Ians Rückkehr wiedersehen, begreift er endlich, was Sache ist. Und dann wird es sehr schnell sehr erotisch. Natürlich mitten in einem neuen Job, den sie erledigen sollen.

Mehr verrate ich jetzt nicht, lest es selbst. ;-) Denn eine Leseempfehlung spreche ich trotzdem aus, auch wenn ich nur 3,5 Sterne vergebe. Und zwar aus zwei Gründen … erstens, der oben schon erwähnten Job-Realität und zweitens, weil mich die Geschichte in vielen Details/Szenen einfach zu sehr an die Ty & Zane – Reihe von Madeleine Urban und Abigail Roux erinnert.

Ich weiß, man kann das Rad bei Büchern nicht neu erfinden, aber im Laufe der Geschichte wurden mir einige Dinge schlicht zu viel und ich fing schließlich sogar an, besagte Szenen mit den Ty & Zane – Geschichten zu vergleichen. Da hätten wir z.B. Ians schlechtes Verhältnis zum Vater, seine Militärvergangenheit, die geheimen Einsätze, zu denen er immer wieder gerufen wird, eine Flucht quer durch die Botanik, inkl. Übernachtung in einer Berghütte, einen schwer verletzten Miro usw.

Grundsätzlich wäre das alles halb so wild, gleiche Ideen gibt’s immer und überall, nur leider sind die Hauptcharaktere dieser Geschichte Zane und Ty in vielen Belangen recht ähnlich, was ihr Verhalten angeht. Und das hat mir das Lesen teilweise doch vergällt, weil Zane und Ty zu meinen Lieblingen im Gay-Genre gehören.

Ansonsten ist »Schlamassel inbegriffen« aber eine sehr gute Geschichte, die mit viel Action und jeder Menge Spaß daherkommt.

Ich bedanke mich recht herzlich beim Dreamspinner Verlag für das zur Verfügung stellen eines Rezensionsexemplars.


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Sonntag, 23. April 2017

Geisterküsse

GeisterküsseGeisterküsse by Diana Wintermeer
My rating: 4 of 5 stars

Und noch einmal Young Adult, das mich dieses Mal nicht so mitreißen konnte wie mein letztes Buch der Autorin. Die Geschichte ist deshalb nicht weniger gut, im Gegenteil, sie hat mir gefallen und bot wieder alles, was eine schöne Liebesgeschichte für mich ausmacht.

Mir war es nur zu viel Geistergeschichte und Vergangenheit und zu wenig Ned und Ti. Ich kann's nicht genau beschreiben, ich schätze es ist einfach nicht mein Genre. Wer liest schon gerne über tote Kinder, Geister und Irrenanstalten? Meins war es einfach nicht, auch wenn es perfekt zum Inhalt passt und am Ende auch gut aufgelöst wird, indem Charlie seinen Frieden findet.

Ich hätte nur lieber gerne mehr von Ned und Ti gehabt.

Eine Leseempfehlung gibt es trotzdem und ich vergebe gute 4 Sterne.

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Donnerstag, 20. April 2017

Honigsommer

HonigsommerHonigsommer by Diana Wintermeer
My rating: 5 of 5 stars

Um Geschichten mit jugendlichen Charakteren habe ich bisher immer einen weiten Bogen gemacht. Sie sind mir meist zu albern, zu kindisch und die Teenager benehmen sich meistens dermaßen unmöglich und daneben, dass es mir als Leserin jeden Lesespaß an Joung Adult verdorben hat.

Diana Wintermeer ist allerdings dabei, das zu ändern, denn ihre Geschichten liebe ich. Honigsommer ist jetzt meine dritte von ihr und die erste mit durchweg jungen Protagonisten, die sich schon sehr früh durch eine enge Kinderfreundschaft finden und im Laufe der Jahre die Liebe zueinander entdecken. Und dabei sind Alex und Sam so erfrischend normal, dass das Lesen eine echte Freunde ist. Die Autorin erzählt ihre Geschichte über einige Jahre hinweg und natürlich gibt es auch hier typischen Kinderproblemchen und erste Eifersüchteleien, als Alex mit einem Mädchen anbandelt und Sam das natürlich gar nicht gefällt.

Aber die beiden können einfach nicht ohneeinander, auch wenn Alex sehr lange braucht, bis er bereit ist, sich seine wahren Gefühle für Sam endlich einzugestehen. Am Ende muss es erst zum großen Knatsch kommen, um ihn aus seiner heilen Welt zu reißen, denn als Alex erkennt, wie kurz er davor ist, Sam zu verlieren, handelt er. Endlich, war mein erster Gedanke beim Lesen und umso schöner ist das auch das Happy End, das die Verbindung zu der Geschichte "Die Farbe des Lichts" zieht, wo beide einen kurzen Auftritt haben.

Wunderschön geschrieben, einfach so richtig was fürs Herz. Ich vergebe volle Punktzahl und eine dicke Leseempfehlung obendrauf.

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Dienstag, 18. April 2017

Payback

Payback (Deutsch)Payback by John Inman
My rating: 5 of 5 stars

Genau an ihrem Jahrestag erlebt Tyler wohl das Schlimmste, was einem Menschen, der liebt, passieren kann, denn sein Ehemann Spence wird direkt vor seinen Augen ermordet. Tyler selbst kommt nur knapp mit dem Leben davon, doch als er schließlich im Krankenhaus wieder zu sich kommt, ist nichts mehr, wie es war. Ihr Hund ist weg, die Eheringe gestohlen und Spence längst beerdigt.

Tyler fällt in ein tiefes Loch und ich habe beim Lesen einige Male die Tränen zurückhalten müssen, während er versucht hat, irgendwie wieder Anschluss zu finden und doch immer tiefer in den Abgrund rutscht. Spence' Familie, seine Freunde, sein Job – alles löst sich in Wohlgefallen auf und Tyler ist das auch nur recht. Er will keine Hilfe, er will Rache für Spence' Tod. Also zieht er irgendwann los, kauft sich eine Waffe und nur wenig später ist er praktisch gezwungen sie zu benutzen, um nicht ein zweites Mal angegriffen und ermordet zu werden. Das Schlimme ist nur, Tyler fühlt keine Reue. Er weiß nicht, was er fühlt, ob er überhaupt noch fühlen kann, und warum lässt dieser Cop ihn nicht einfach in Ruhe?

Denn Chris, der Spence' Fall bearbeitet, fühlt sich von Anfang an zu Tyler hingezogen und er gibt nicht auf. Wieder und wieder versucht er Tyler aus seinem Schneckenhaus zu locken und er ist dabei so behutsam, aber auch beharrlich, dass Tyler erst merkt, wie sehr ihm Chris bereits unter die Haut geht, als es längst zu spät ist. Doch da sind seine Schuldgefühle gegenüber Spence', deren Mörder immer noch nicht gefasst sind, und dann ist da sein Geheimnis und diese verdammte Waffe.

Gott, ist das ein Buch. Umwerfend. Ich wollte abends eigentlich nur mal reinlesen. Als ich fertig war, war es Mitternacht und mir tränten die Augen. Wunderbar geschrieben und ohne den mahnenden Zeigefinger, der bei solche moralischen Konflikten gerne mal erhoben wird. Stattdessen muss ich als Leser selbst damit klarkommen, wie ich die Lösung finde, die Chris und Tyler am Ende austüfteln, um zu verhindern, dass Tyler für sehr lange Zeit ins Gefängnis wandert. Und ja, ich kann gut damit leben, dass die beiden ihr Glück finden, rechtliche Frage hin oder her. Denn diesem Abschaum, der Spence totgeprügelt hat, weine ich keine einzige Träne nach.

Darum bekommt das Buch auch volle Punktzahl und eine dicke Leseempfehlung von mir. Zusätzlich geht ein großer Dank an den Dreamspinner Verlag für das Rezensionsexemplar.


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Montag, 17. April 2017

Ich wette ... für immer

Ich wette ... für immer (Breakfast Club 2)Ich wette ... für immer by Felice Stevens
My rating: 5 of 5 stars

Wie so oft, wollte ich gestern Abend nur mal reinlesen und dann den Hobbit gucken. Tja, Pustekuchen. Mittlerweile habe ich das Buch durch und warte jetzt ungeduldig auf den nächsten Band, denn Marcus braucht auch noch seine Geschichte. Hoffentlich kommt er bald.

Aber zurück zu Sam und Zach, die beide ihr Päckchen zu tragen haben, was vor allem anfangs zu einigen Missverständnissen bzw. falschen Vermutungen führt. Man kennt sich halt nicht und genau so verhalten sich die beiden auch. Immer vom Schlimmsten ausgehend, denn sie kennen es nicht anders und vor allem Zach hat einiges aus der Vergangenheit in die Gegenwart mitgebracht, das ihn förmlich stillstehen lässst. Er nimmt kaum noch am Leben teil und versteckt sich am liebsten zu Hause. Bei Sam sieht es nicht besser aus und daher dauert es auch eine Weile und bedarf auch dem Drängen guter Freunde, um beide an einen Tisch zu kriegen, um es mal so auszudrücken.

Sam und Zach sind, sobald sie es geschafft haben, ihren falschen Verdächtigungen und Ängste einigermaßen hinter sich zu lassen, ein wirklich schönes Paar. Ihre Geschichte kommt ohne großes Drama daher, was auch gut so ist, denn die zwei haben genug mit sich selbst und ihren kleinen und größeren Macken zu tun.

Natürlich gibt es ein Happy End für Sam und Zach, und auch ein Wiedersehen mit Nick und Julian aus dem ersten Band, deren Beziehung nicht vergessen wird. Im Gegenteil.

Ich vergebe volle Punktzahl und eine dicke Leseempfehlung obendrauf.

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